Mittwoch 1. November 2006 von webmaster
Anlässlich der gut besuchten Venus Messe in Berlin, hatte ich mehrfach die Gelegenheit mit Off.- als auch Onlinern der Erotikbranche zu sprechen. Nach wie vor bestimmt (meiner Meinung nach) gegenseitiges Unverständnis und teilweise erhebliche Arroganz, vornehmlich auf Seiten der Offliner, das “Nichtmiteinander”. Ich frage mich nur : “Wo nehmen die Herrschaften die her ?!”. Wenn mich nicht alles täuscht, bedeutet Arroganz doch, “etwas für sich in Anspruch nehmen”. Aber was denn, bitte schön, liebe Produzenten und Shopper ? Es mag durchaus sein, das nicht wenige der alteingesessenen Produzenten, ein nicht unerheblich grösseres, kaufmännisches Verständnis für Ihre Produkte haben. Wobei, hört man sich die Aussagen einiger Leute aus dieser Richtung an, kommt man da schnell in Zweifel.
Letztlich ist die Sache doch recht einfach :
“Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit”
Der Erotikmarkt (und zwar der ganze!) ist heute geprägt von Schnelligkeit und Wandel. Diese Tatsache scheint bei einem grossen Teil der “Offliner” zu Unsicherheit, Ablehnung und ein Festhalten an alten Verhaltensmustern zu führen.
Die “alten” Regeln gelten aber heute nicht mehr ! Was in früheren Zeiten dazu geeignet war, Stabilität und Ordnung zu managen und planbares Wachstum in sich nicht oder nur kaum verändernden Märkten zu verwalten, findet heute einfach nicht mehr statt. An die Stelle von Stabilität tritt Dynamik, an die Stelle von Ordnung ein Zurechtfinden und Schritthalten in neuen Technologien und Märkten, die sich so rasch verändern wie der Börsenkurs eines Unternehmens.
Neben einer Handvoll erfolgreicher Angebote, die in der Online-Erotik Fuss gefasst haben, gibt es unzählige Ansätze kläglicher Versuche “mit dem Internet Geschäfte zu machen”. Wieviel Geld dafür in jüngster Vergangenheit “verbrannt” wurde, möchte ich nicht einmal ahnen. Warum nur ? Das ist so unnötig !
Auf der Messe erzählte mir ein sehr erfolgreicher Onliner folgende Story, die sich tatsächlich zugetragen haben soll und charakteristisch für die “Meinung” einiger Produzenten gegenüber der Online Erotik ist.
Onliner zum Produzenten : “Sag mal, wie lange dauert es ungefähr, bis sich eine Deiner Produktionen refinanziert hat ?”
Produzent : “Hm…so ca. 18 Monate”
Onliner : “Was denkst Du, wie schnell sich meine beste Produktion im Netz refinanziert hat ?”
Produzent : “Tja..im Netz…bei den Minipreisen…..vielleicht die doppelte Zeit !”
Onliner : “Naja nicht ganz…..14 Minuten !”
(Anmerk.: Da wär ich zu gerne, mit ner Digicam, dabei gewesen)
Zugegeben, ein sehr krasses Beispiel und sicher nicht Maß aller Dinge. Dennoch zeigt dieser Dialog allzudeutlich, wie sehr “die Macht des Traffics” unterschätzt, schlimmer noch, teilweise sogar ignoriert wird.
Ich kann durchaus verstehen, dass Produzenten sich einfach nicht vorstellen können, das es 23 jährige Amerikaner gibt, die aus Ihrem Home Office erfolgreiche Blogs schreiben und damit Traffic produzieren, der in der Internet-Erotik einen Gegenwert von 1 Mio. Euro Werbevolumina hat. Monatlich versteht sich
Aber mal im Ernst : Es ist doch vollkommen wurscht WIE solche Leute das machen ! Wichtig ist, um unseren Alt-Alt Bundeskanzler mal beim Wort zu nehmen, wichtig ist was hinten rauskommt.
Fazit : Liebe Offliner, öffnet euren Verstand, überdenkt eure Preise und sucht schnellstens Kooperationen mit den Onlinern. Und, Onliner ! Hört auf mit den Offlinern Fachchinesich zu sprechen. Ihr wollt ins Geschäft kommen und die Herrschaften nicht ausbilden, oder ?!
(c) 2006 – Mike